Dr. med. Fabian & Branislava Singbartl
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Loch im Trommelfell

Ein bleibendes Loch im Trommelfell ist häufig eine Folge von Verletzungen oder Infektionen. Meist können Sie durch einen kleinen chirurgischen Eingriff verschlossen werden. So wir eine entsprechende Hörminderung gebessert und weitere Komplikationen, wie zum Beispiel chronische Entzündungen vermieden.


Wie kommt es zu einem Loch im Trommelfell?

Wiederholte Mittelohrentzündungen führen zu einer Vernarbung des Trommelfells. Da Narbengewebe schlechter durchblutet ist können sich Infektionen leichter festsetzen. Diese wiederkehrenden Entzündungen können zu bleibenden Perforationen im Trommelfell führen. Eine andere Ursache für Löcher im Trommelfell können Unfälle mit Gegenständen sein, die in den Gehörgang eingeführt werden. Hier sind vor allem Wattestäbchen zu nennen, die im guten Glauben verwendet werden den Gehörgang zu reinigen. Aber auch Ohrfeigen können eine traumatische Trommelfellperforation verursachen. Selten verbleiben auch nach Abstoßung von Paukenröhrchen Löcher im Trommelfell.

Die häufigste Ursache für bleibende Trommelfellperforationen sind chronische Belüftungsstörungen des Mittelohres. Dies ist meist Folge einer schlechten Funktion der Ohrtrompete.  Es bildet sich ein Unterdruck im Mittelohr und das Trommelfell wird weit ins Mittelohr zurückgezogen. So kann es nicht mehr schwingen und verliert seine Funktion als Schallwellensammler. In so einem Fall können sich sogar gefährliche Cholesteatome bilden, die entzündlichen Knochenfraß verursachen.


Was ist die Folge eines Lochs im Trommelfell?

Hat das Trommelfell ein Loch, so steht nicht der gesamte Durchmesser als Schallwandler zur Verfügung. Es resultiert eine Hörminderung (sog. Schallleitungsschwerhörigkeit), die mit dem Durchmesser des Loches zunimmt. Daher können kleine Perforationen für den Patienten unbemerkt bleiben. Eine weitere Aufgabe des Trommelfells neben der Schallbündelung ist die Schutzfunktion für unser Mittelohr vor Infektionen. Besteht ein Loch im Trommelfell, können Keime ungehindert in unser Mittelohr eindringen. Aufgrund der warmen und feuchten Umgebung bietet das Mittelohr einen fruchtbaren Boden für Infektionen. Besonders gefährdet sind hier Hörgeräteträger, da sich hier zusätzlich eine geschlossene Kammer bilden kann.

In seltenen Fällen kommt es zum einwachsen von Haut des Gehörgangs in das Mittelohr. Wird diese abgestoßen kommt es zur Anhäufung von totem Gewebe im Mittelohr. Hieraus entwickelt sich eine chronische Entzündung, die sich langsam in den Knochen frisst. Da viele wichtige Strukturen, wie zum Beispiel das Gleichgewichtsorgan oder der Gesichtsnerv in direkter Nachbarschaft des Mittelohres befinden ergibt sich hier eine Gefahr für diese Strukturen. Eine Operation ist in solchen Fällen unumgänglich.


Wie wird ein Loch im Trommelfell gedeckt?

Bei kleinen kurzzeitig bestehenden Löchern im Trommelfell reicht in der Regel eine Abdeckung für einige Tage. Dafür wird zum Beispiel ein kleines Stück Folie auf das Trommelfell aufgelegt (es geht auch Zigarettenpapier) und der Gehörgang mit einer Salbenplombe aufgefüllt. Ist das Loch nach 3 Wochen nicht verschlossen oder ist es zu groß für dieses Vorgehen, muss ein operativer Verschluss erfolgen.  Bei dieser als Tympanoplastik bezeichneten Operation wird das Loch im Trommelfell durch körpereigene Materialien gedeckt. Hierfür kann zum Beispiel ein wenig Muskelhaut aus dem Kaumuskel entnommen werden. Ist noch stabileres Material notwendig kann man ein wenig Knorpel aus der Ohrmuschel gewinnen. Je stabiler jedoch das Trommelfell, umso schlechter ist die Schallleitung und eine Hörminderung nach Operation kann fortbestehen. Bei dieser Operation ist es auch möglich Gehörknöchelchen, die durch Entzündung zugrunde gegangen sind, durch kleine Titanimplantate zu ersetzen und so das Hörvermögen ohne die Hilfe von Hörgeräten zu verbessern.

Nach der Operation wird der Gehörgang mit einer Salbe gefüllt, die zur Heilung beiträgt. Diese Salbenplombe verbleibt in der Regel für 3 Wochen im Gehörgang und wird dann entfernt. Seien Sie also bitte nicht beunruhigt, wenn Sie direkt nach Operation nicht besser hören.


Nach der Operation…

Die Erfolgschancen dieser Operation sind hoch. Da es sich beim Trommelfell aber um ein schlecht durchblutetes Gewebe handelt, wächst in einem kleinen Prozentsatz (weniger 10%) das eingesetzte Gewebe nicht richtig an und das Loch im Trommelfell kann sich erneut zeigen. Besonders wenn im Vorfeld bereits eine behinderter Druckausgleich bei gestörter Funktion der Ohrtrompete bestand ist das Risiko in der Folge eine erneutes Loch im Trommelfell zu bekommen erhöht, da auf das neue Trommelfell die gleichen Belastungen wirken.